Der Umgang mit Krisen benötigt ergänzend zum klassischen Krisenmanagement zunehmend die Befähigung der Gesellschaft, handlungsfähig zu bleiben, eigene Lösungswege zu finden und sich aktiv an der Bewältigung von Herausforderungen zu beteiligen. Aus der bisherigen Krisenerfahrung der letzten Jahre sehen Risiko-Dialog und die Stadt Zürich den dringenden Bedarf, die gesellschaftliche Resilienz bei der Bevölkerung zu stärken. Ein Teilprojekt des Pilots besteht aus der Durchführung eines interaktiven Workshops mit Jugendlichen.
Eine unserer Studien zeigt, dass Initiativen aus der Bevölkerung einen positiven Einfluss auf die Resilienz haben. Dabei ist das Fördern von relevanten Fähigkeiten zentral für die gesellschaftliche Resilienz. Solche Fähigkeiten beinhalten beispielsweise Wissen (knowledge) und Lernprozesse, den Zusammenschluss zu Gemeinschaftsnetzwerken (community networks), die Verbindung zwischen Menschen und Örtlichkeiten (people-place connection), die Infrastruktur (infrastructure), eine diverse und innovative Wirtschaft (diverse and innovative economy) und Engagement (agency). Die Erfahrung der Aktivierung ist essenziell, um eine Gesellschaft zu motivieren, aus der Ohnmacht zu holen und mehr Hoffnung zu schaffen – gerade in Zeiten von globalen Krisen, Kriegen und politischen Spannungen, die auf das persönliche Wohlbefinden aller Generationen in der Schweiz drücken.
Die Stärkung der Jugend ist die Stärkung der Zukunft
Jugendliche sind für zukünftige Notsituationen von grosser Bedeutung. Sie sind oft stark vernetzt, in ihren Themen gut informiert und handlungsbereit. Ihnen wird auch oft Kreativität zugeschrieben. Ausserdem fungieren sie als wichtige Multiplikator:innen, denn sie geben ihr Wissen in ihren Communities und Familien weiter und entwickeln innovative Lösungen. Im März 2025 sind wir die Resilienzförderung für Jugendliche vor Ort in der Offenen Jugendarbeit (OJA) der Stadt Zürich konkret angegangen: Mit einem Workshop im Jugendtreff wurden die jungen Teilnehmer:innen durch interaktive, von ihnen mitgestalteten Formaten zur Selbstwirksamkeit befähigt, beispielsweise mit der Fragestellung «Was mache ich in einer Notlage, wenn mein Handy – und das meiner Kolleg:innen – nicht funktioniert?». Durch den Praxisbezug entstand ein Angebot, das direkt auf ihre Bedürfnisse eingeht. Durch die enge Zusammenarbeit mit Jugendarbeiter:innen der OJA werden Ideen für weitere Formate der Resilienzförderung erarbeitet und kontinuierlich an die Erfahrenswerte und Bedürfnisse der Jugendlichen angepasst.
Resilienz wächst in der Gemeinschaft
Dieses und weitere Pilotprojekte dienen als erste Testphase zur Evaluierung langfristiger Resilienzstrategien für die Stadt Zürich, um eine nachhaltige Resilienzkultur zu entwickeln. Basierend auf den Erkenntnissen dieser ersten Phase sollen ab 2026 langfristige, skalierbare Programme entwickelt werden, die auch auf andere Städte in der Schweiz übertragen werden können.